23. Januar 2012
Im Vorwort des Buches Franken von Otto Siegner habe ich folgende Worte vom Dichter Karl Immermann gefunden:
Franken ist wie ein Zauberschrank; immer wieder neue Schubfächer tun sich auf und zeigen bunte, glänzende Kleinodien, und das hat kein Ende. Wer Deutschlands geheimste jungfräuliche Reize genießen will, der muß nach Franken reisen.

Schweinfurter Rathaus
Nun ja, mit den jungfräulichen Reizen hat er wohl die Landschaft gemeint.
Tags: Franken, Karl Immermann, Kleinod, Otto Siegner, Reize
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22. Januar 2012
Die Reihe Philosophie aus Franken beschäftigt sich mit Verfassern fränkischen Ursprungs. Das gilt aber auch für auswärtige Autoren, die ihren letzten Atemzug in Franken getätigt haben.
Zitiert:
Da gibt es eine Ähnlichkeit von Jazz, Mannschaftssport und Bildung: Seinen Einsatz finden, die anderen anspielen, auf Möglichkeiten lauern. In der Theoriesprache heißt das Kontingenz nutzen. Es gibt viele Möglichkeiten – und vor allem keine Garantie dafür, dass eine Sache gelingt.
[...] Bildung ist das, was uns instand setzt, riskant zu denken. Das ist die Art eines Denkens, die man sich in den meisten Alltagssituationen nicht leisten kann. Bildung heißt also nicht viel gelesen oder viel Musik gehört zu haben, sondern in Alternativen denken können. Das muss gar nicht einmal immer gegen den Strom sein.
- Hans Ulrich Gumbrecht -
Der deutsche Romanist Hans Ulrich Gumbrecht wurde 1948 in Würzburg geboren. Er ist seit 1989 Professor am Department of Comparative Literature der renommierten Stanford University in Kalifornien.
Gespräch mit Reinhard Kahl im Rahmen des Stuttgarter Bildungsdiskurses im dortigen Literaturhaus, 2006
Tags: Bildung, Franken, Gumbrecht, Philosophie, Zitat
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21. Januar 2012
Abartiger Titel nicht wahr? Er passt zu Mord, was sonst? Der Titel stammt aus der Feder von Friedrich Rückert, einem Sohn Unterfrankens, der mit seiner Klage auch damit den Titel für einen Schweinfurter Kriminalroman lieferte. Natürlich kommt darin auch das Rückert Denkmal vor, bekannte Straßen, viel Schweinfurter Witz und alles was man halt eben für einen guten Krimi braucht.
Das Buch ist teilweise sehr witzig im Vergleich zu Rückerts Klage:
Du bist ein Schatten am Tage
Und in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.
Wo ich mein Zelt aufschlage
Da wohnst du bei mir dicht;
Du bist mein Schatten am Tage
Und in der Nacht mein Licht.
Wo ich auch nach dir frage
Find ich von dir Bericht,
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.
Du bist ein Schatten am Tage
Und in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.
Das Buch ist erhältlich in fast allen Buchhandlungen und natürlich auch zum Bestellen über Amazon.de:Kindertotenlieder: Schweinfurter Kriminalroman 1
Ich werd’ mir gleich bei Amazon enns käff.
Tags: Buch, Franken, Friedrich, Kindertotenlieder, Krimi, Lothar Reichel, Roman, Rückert, Schweinfurt
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16. Januar 2012
Von nur-zitate kam heute folgendes:
Manche Leute werden hauptsächlich deshalb für gebildet gehalten, weil ihnen das wenige, was sie wissen, im richtigen Augenblick einfällt.
- Friedrich Julius Stahl (Jolson) -
War ein deutscher Rechtsphilosoph, Jurist, Kronsyndikus und Politiker. Geboren 16.01.1802 in Würzburg, gestorben 10.08.1861 in Bad Brückenau.
Somit beginnt eine neue Reihe von fränkischen philosophischen Eindrücken. Da ich täglich ein Zitat zugeschickt bekomme, werde ich die Verfasser herauslesen, die entweder in Franken geboren und/oder verstorben sind.
Tags: Bildung, Franken, Friedrich, Jolson, Rechtsphilosoph, Stahl, Zitat
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08. Januar 2012
Vor ein paar Tagen hat mir der Sohn wieder mal beim Kochen über die Schulter geschaut. Als angehender Mann drehen sich unsere Dialoge eigentlich nur noch ums Essen.
Er beobachtete wie ich erkaltete Spaghetti in die heiße Pfanne tat. Er schlug vor die Mikrowelle dafür zu benutzen. Dann erklärte ich ihm erstmal, dass dies ein Pfannengericht (Restlesessen) sei und aus der fränkischen Heimat stamme. Aus der Pfanne schmeckt es am besten – knusprige Spaghetti mit Frühstücksspeck.

Jedenfalls schaute er mir über die Schulter. Ich weiß eigentlich gar nicht wie er es in die Küche schaffte -wahrscheinlich kam der Geruch von gebratenem Speck durchs Schlüsselloch in seine Nase und lockte ihn heraus. Normalerweise sogar, wenn ich an seinem Zimmer vorbeigehe, mache ich das ganz heimlich und leise. Sobald er meine Schritte hört, geht sonst die Tür auf und eine Stimme kommt heraus, “Mama, wann gibt’s Essen?”. OK, ich muss fair sein, manchmal variieren auch die Fragen, so wie “Um wieviel Uhr essen wir?”, “Was gibt es zu essen?”, “Können wir bei der Pizzeria bestellen?” usw.
Reste von Spaghetti wurden früher immer angebraten nach alt fränkischer Art. So machte es auch meine Mutter, da es ja keine Mikrowelle gab. Eine Mikrowelle hätte es auch nicht anbraten können, so schön braun und knusprig.
Immer wenn ich etwas zubereite, was er noch nicht kennt, meint er, es wäre Fränkisch. Die Mutter gräbt jetzt ihre alten Geheimnisse aus… Aber schmecken tut’s ihm alle Weile.
Meine Mutter bekam ihren ersten Mikrowellenherd in 1985. Wir fünf Geschwister hatten zusammengelegt um dieses damalige Wunderwerk für 900 DM zu ihrem Geburtstag zu kaufen.
Die Mutter hat die Mikrowelle nie zum Kochen oder Erwärmen benutzt, nur für eine einzige Sache… Mein Vater zog den Schluss: “Dess woar die deuerste Küchenuhr, die mer je gekäfft hamm.”
Tags: braten, früher, gebratene, kochen, Küchenuhr, Mikrowelle, Pfanne, Spaghetti, Speck
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