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Philosophie aus Franken

16. Januar 2012

Von nur-zitate kam heute folgendes:

Manche Leute werden hauptsächlich deshalb für gebildet gehalten, weil ihnen das wenige, was sie wissen, im richtigen Augenblick einfällt.

- Friedrich Julius Stahl (Jolson) -

War ein deutscher Rechtsphilosoph, Jurist, Kronsyndikus und Politiker. Geboren 16.01.1802 in Würzburg,  gestorben 10.08.1861 in Bad Brückenau.

Somit beginnt eine neue Reihe von fränkischen philosophischen Eindrücken. Da ich täglich ein Zitat zugeschickt bekomme, werde ich die Verfasser herauslesen, die entweder in Franken geboren und/oder verstorben sind.

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Spaghetti aus der Pfanne

08. Januar 2012

Vor ein paar Tagen hat mir der Sohn wieder mal beim Kochen über die Schulter geschaut. Als angehender Mann drehen sich unsere Dialoge eigentlich nur noch ums Essen.

Er beobachtete wie ich erkaltete Spaghetti in die heiße Pfanne tat. Er schlug vor die Mikrowelle dafür zu benutzen. Dann erklärte ich ihm erstmal, dass dies ein Pfannengericht (Restlesessen) sei und aus der fränkischen Heimat stamme. Aus der Pfanne schmeckt es am besten – knusprige Spaghetti mit Frühstücksspeck.

Gebratene Spagetti mit Speck

Jedenfalls schaute er mir über die Schulter. Ich weiß eigentlich gar nicht wie er es in die Küche schaffte -wahrscheinlich kam der Geruch von gebratenem Speck durchs Schlüsselloch in seine Nase und lockte ihn heraus. Normalerweise sogar, wenn ich an seinem Zimmer vorbeigehe, mache ich das ganz heimlich und leise. Sobald er meine Schritte hört, geht sonst die Tür auf und eine Stimme kommt heraus, “Mama, wann gibt’s Essen?”. OK, ich muss fair sein, manchmal variieren auch die Fragen, so wie “Um wieviel Uhr essen wir?”, “Was gibt es zu essen?”, “Können wir bei der Pizzeria bestellen?” usw.

Reste von Spaghetti wurden früher immer angebraten nach alt fränkischer Art. So machte es auch meine Mutter, da es ja keine Mikrowelle gab. Eine Mikrowelle hätte es auch nicht anbraten können, so schön braun und knusprig.

Immer wenn ich etwas zubereite, was er noch nicht kennt, meint er, es wäre Fränkisch. Die Mutter gräbt jetzt ihre alten Geheimnisse aus… Aber schmecken tut’s ihm alle Weile.

Meine Mutter bekam ihren ersten Mikrowellenherd in 1985. Wir fünf Geschwister hatten zusammengelegt um dieses damalige Wunderwerk für 900 DM zu ihrem Geburtstag zu kaufen.

Die Mutter hat die Mikrowelle nie zum Kochen oder Erwärmen benutzt, nur für eine einzige Sache… Mein Vater zog den Schluss: “Dess woar die deuerste Küchenuhr, die mer je gekäfft hamm.”

 

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Spruch zum Fränkischen Essen

07. Januar 2012

Kraut und Knöchli, zart un wech.
Ich muß doch a mal den Pfarrer frech’
ob’s dess scho gahm hat damals im Paradies.
Da hät die Eva nie im Labm den verfluchten Apfel gass’n,
die hät nur Kraut un Knöchli gass´n.

- Georg Lindner -

Knöchli (Deutsch: Eisbein)

(Nedd aufgebasst – der Butzlumben im Bild vorn’ hädd echt nedd neigemüsst)

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Rezept für Krautspudel

06. Januar 2012

Erst vor kurzer Zeit entdeckte ich, dass das Rezept für Mutters Krautspudel nur auf meinem englischsprachigen Blog ist. Da jetzt mehr Freunde und Familienmitglieder nach der deutschen Version fragten, habe ich es mal in Schönschrift für die Leser von BeuteBayern verfasst.

Zutaten:

* 5 – 7 Kamm Steaks in der Pfanne anbräunen

* Sauerkraut

* Bratensauce (1 L – 1.25 L)

* Krautspudel  (Mehlkloß)

Zubereitung:

1. Kammsteaks kurz in der Pfanne von beiden Seiten anbräunen.

2. Sauerkraut (grossen Topf verwenden):

1 Suppenwürfel in ca. 3 cm Wasser im Topf zergehen lassen

2  EL Zucker

1 (800 g) Dose Weinsauerkraut (Saft ausdrücken)

Nelken, Kümmel, Wacholderbeeren (je nach Belieben)

Kraut und Kammsteaks

Die angebräunten Kammsteaks kommen auf das Sauerkraut. Zudecken und ca. 90 Minuten köcheln lassen (niedrige Hitze). Dann kommt der Mehlkloß oben drauf.

3. Mehlkloß

Zutaten:

  • 500 g Mehl
  • 1 Packung Trockenhefe oder Hefe aus dem Kühlregal
  • eine Prise Salz und Zucker
  • 250 cl Milch
  • 80 g weiche Butter oder Margarine

Zubereitung:

*     Mehl in eine Schüssel mit Mulde in der Mitte

*     Hefe in die Mulde reinkrümeln oder Hefe Packung dazugeben

*     Milch und weiche Butter/Margarine unterrühren

*     Gut verrühren (kneten oder auch mit Rührlöffel)

*     Teig soll ca. 20 Minuten an einer warmen Stelle ruhen bzw. aufgehen (im Backofen, z.B. bei 50°C)

*     Der Teig wird sich in Größe fast verdoppeln.

Ein ungefärbtes Baumwolltuch wird über das heiße (!)Kraut/Fleisch gelegt . Bitte aufpassen, dass das Tuch nicht auf der erhitzten Herdplatte landet.  Der Hefekloß wird in die Mitte gesetzt, falls nötig auch ein bisschen zurecht gerückt. Das Baumwolltuch nach innen an den Rand drücken oder falls die Ränder zu groß sind, kann man es auch ÜBER den Deckel zurückfalten. Hauptsache ist, dass der Deckel richtig sitzt und den Topf verschliesst.

Krautspudel

Dann lässt man den Krautspudel 20 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln. Wichtig: Der Deckel muss 20 Minuten drauf bleiben.

Das Kraut und Fleisch sind schon nach ca. 1 ½ Stunden köcheln zart. Während der Krautspudel im Topf geht, sollte man die Bratensauce vorbereiten.

Tipp: Zum Abschmecken der Bratensauce noch 2 EL Ketchup (nach Belieben mehr) und 1 EL Zucker.

Das Wichtigste ist dass der Krautspudel ungestört bleibt. Hungrige Hände müssen wegbleiben!

Kochzeit: ca. 90 Min für Kraut und Fleisch (niedrige Stufe) +20 Min  Krautspudel im Kochtopf   (mittlere Stufe)

Füttert 4 – 5 Personen. ‘n Guden!

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Rezept für Bohnenkern mit Hefeklössen

05. Januar 2012

Vor etlichen Jahren (über zwanzig sind es schon her) hatte ich bei der Mutter einer Freundin in Schweinfurt Bohnenkern’ mit Hefeklössen gegessen. Das Gericht war unvergesslich!

Seit drei Jahren warte ich auf das Rezept der Freundin, die sich gleich nach dem Bohnenkern Essen aus dem Staub gemacht hat und seitdem in Kalifornien wohnt.

Am letzten Wochenende drückte mir meine Nichte einen Zeitungsartikel des Schweinfurter Tagblatts vom 06. Dezember 2011 in die Hand. In dem Artikel Wenn die Schöpfkelle von Hand zu Hand geht ging es um das fränkische Wirtshaus Madenhäusle im Üchtelhausener Ortsteil Madenhausen (wir kommen der Sache schon näher…)

Es war ein sehr schöner Bericht über die Speisekarte, die Inneneinrichtung, und so manches mehr. Am besten gefiel mir jedoch das Rezept für Bohnäkärn und Hefäklöäss am Rand des Artikels.

Aus der Zeitung zitiert:

Bohnäkärn: 400 gr. gedörrte roada Bohnä (ideal wärn Feuerbohnen) im abgekochdn kaltn Wasser übä Nacht eiwäch, dann etwa 20 Minutn im Dampftopf midd Bohnäkraud koch.

Midd Schweineschmalz ä dunkle Eibrönn herstell, midd äweng Knoblauch, Essich, än Schuss Franggawei, Salz, Pfeffer, unn ä Prisn Zucker würz.

Hefäklöäss: 500 gr. Mehl, 1 Hefe, 1/4 L warme Milch, äweng Zucker, Salz, 2 Eier und 100 gr. Butter. Aus dä Zutatn än Hefädäch herstell unn 30 Minutn zugedeckt an än warma Ort stell. In Salzwasser 20 Minutn zieh lass – ja nidd den Deckel aufmach!!!

Dazu isst mä Sauerkraud unn gärächds Flääsch. Ä gsechnedä Moahlzeid wünsch mä.

 (Rezept verfasst von Sabine Böhm, “Äs Madenhäusle”)

Äs Madenhäusle auf Facebook

Danke, Birgit, hat sich somit erledigt. Jetzt schicke ich es Dir zu.

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