Mit ‘Brot’ getaggte Artikel

Wort des Tages: Weckbröckälich

Freitag, 10. Oktober 2014

Jetzt in der kühleren Jahreszeit schmeckt die hausgemachte Kartoffelsuppe am besten. Dazu gehören natürlich auch die Weckbröckälich.

Unsere Haussprache ist Englisch und so bekommt man dann mal am Tisch zu hören, „Could you pass me the Weckbröckälich, please?“ (Ich bin der alleinige Erhalter des fränkischen Dialekts)

Und die Bröckälich gibt es ja in allen Variationen. Meine Mutter hatte früher dafür alte Brötchen oder altes Brot genommen. Ich habe gestern den Fehler gemacht und frisches eingekauft – das Brot hat sich beim Schneiden in alle Richtungen gedehnt und meine Handmuskeln auch.

Die selbstgemachten Weckbröckälich schmecken wahrscheinlich am besten. Hier sind einige Vorschläge:

* altes Brot/Brötchen in Würfel schneiden und in Salzbutter rösten

* altes Brot/Brötchen in Würfel schneiden, in Butter rösten, danach Streusalz zugeben

* im Supermarkt als Fertigprodukt unter dem Namen Knödelbrot

Rezept für die Kartoffelsuppen:

Nimmst en Haufen Kartoffeln, drei Karodden und drei Zwiebälich. Wird alles gar gekocht und dann mit dem Kartoffeldrücker klee gemacht.

Dann mächd mer ä Brüh mit ä boar Subbenwürfel, schmeisst des gekochde Zeuch nei. Gibst noch Salz und Pfeffer dazu (ich du a noch Soja Saucen nei – ansdadd Maggi, dem Geschmacksverstärker).

Zum Schluss du mer noch Schmand dazu. Des mächd dann jeder in seim Deller, je nach Geschmack. Und dann kommä die Bröckälich drauf.

Guden Abbedid!

Knötzle

Samstag, 02. Januar 2010

Letzte Woche waren wir ja in Franken. Bei einem Gasthausbesuch kam ein Angestellter her, drückte mir etwas in die Hand und bat mich es weiterzuleiten. Dieses kleine Etwas war eingewickelt in einem Papiertaschentuch und obwohl ich nicht paranoid bin wollte ich doch wissen, was ich hier weiterleite. „Ein Knötzle“, meinte er. Ich habe wahrscheinlich ein bisschen dumm geguckt und musste in zwei Sekunden entscheiden ob die Übergabe  eines Knötzles den allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen im Transportwesen entspricht. Ich wusste immer noch nicht was ich in der Hand hielt als ich es überlieferte.

Ich staunte nicht schlecht als mein Tischgegenüber das Geschenk sofort in die Tasche wegsteckte. Da war ich mir fast sicher, dass es sich um etwas Illegales handelte. Als ich sie später fragte, um was es sich bei der Schmuggelware handelte, bekam ich wieder die gleiche Antwort: „Ein Knötzle“. Diesmal war eine leichte Dialektvariante zu hören, denn es hörte sich an wie Knörtzla.

Mir war mein Unwissen etwas unangenehm, aber die Neugier war stärker. Ich bat sie mir das Knötzle zu zeigen. Ich weiss nicht genau was ich eigentlich erwartete, vielleicht einen Beate Uhse Artikel, einen geheimen Liebesbrief oder ein Stück 300%ige Schokolade.

Ich staunte nicht schlecht als sie…

das Endstück eines Brotes

aus dem Taschentuch wickelte. Ein Knötzle in Franken ist das Endstück eines Brotes.

Zeuch gibt’s, sach ich Euch. Ich wäss jedzt aber drodzdem ned, warum die Fra des Knötzle von dem Mo gricht hadd. Enn Hund had sie nedd und arm issä ah ned. Vielleichd isses a geheime Bodschafd in Franken wemmä a Fra moch (bei uns in Hessen gibt mer halt Blummä o.ä.).

Früher mussde unser Fadder immer des Endsdück es, dess wolld dähämm kenner. Nachdem die Mudder sich des Brot an die Brusd kalten hat, ihr drei Kreuzzeichen  mit dem Messer drauf gsdrichen kabbd hat, dann hadd se dess Brod ersd angschnidden. Des Endsdücklä hat dann immer der Fadder grichd.