Mit ‘Hambach’ getaggte Artikel

Stiftung ans Hambacher Heimatmuseum

Donnerstag, 14. Oktober 2010

In meinem letzten Beitrag Unbürokratisches  Unterfranken über meine Stiftung an das Hambacher Heimatmuseum hatte ich berichtet, dass ich noch immer keine Bestätigung erhalten hatte.

Mein letzter Anruf an die Gemeinde Dittelbrunn/Ortsteil Hambach war genau vor einem Monat. Am 14. September fragte ich telefonisch nach und man versprach mir eine schriftliche Bestätigung, die bis heute noch nicht gekommen ist.

Vielleicht wurde die Gemeinde von zuviel Bremser eingeschläfert? Oder der Winterschlaf hat schon begonnen…

Unbürokratisches Unterfranken

Freitag, 24. September 2010

Oder was passiert wenn eine Stiftung stiften geht…

Meine Erzählung über die Stiftung an das Hambacher Heimatmuseum hat immer noch kein Ende in Aussicht. Am 14. September hatte man mir telefonisch versprochen eine schriftliche Bestätigung über den Erhalt des Schranks – nicht über den momentanen Verbleib – zukommen zu lassen.

Das war vor 10 Tagen und nachdem sich das Versäumnis schon vorher über vier Wochen hinzog, erwartete ich ein schnelleres Entgegenkommen nach meinem Anruf.

Wenn ich auf dem freien Markt genauso wirtschaften würde, hätte ich kaum Aufträge. Aber Ämter müssen sich halt Zeit lassen – das muss alles gut durchdacht, aufgesetzt, getippt und gestempelt werden.

Über e-bay hätte ich den Schrank wahrscheinlich schneller verkauft – da müssen Käufer und Verkäufer schnell reagieren.

Auf der anderen Seite hätte ich nichts darüber berichten können, wenn alles normal verlaufen wäre. Da hätte ich das Schreiben/Empfangsbestätigung schon längst abgeheftet und  das Ganze schon somit vergessen. Nun ja, in Hammich ist doch immer was los und irgendwie wird das alles nur noch mysteriöser für mich.

Was wohl hinter diesem großen Schweigen stecken wird? Hier gibt es einige Optionen: plötzliche Krankheit der Sachbearbeiterin, fränkische Sturheit, plötzliches Verschwinden des Schranks, kein Papier mit Briefkopf zur Hand, keiner weiss wie man ein solches Schreiben aufsetzt, der Bürgermeister ist nicht für die Unterschrift zu erreichen, das Geld für eine Briefmarke fehlt, oder die Anschrift ist verloren gegangen. Oder man hält es einfach nicht für nötig.

Ich werde mich in fränkischer Geduld üben und verweise zur Bedeutung von stiften gehen:

[GfdS] Die Wendung stiften gehen ist noch nicht geklärt. Das Etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache von Kluge/Mitzka/Seebold (23. Auflage, 1995) will sie auf mittelhochdeutsch stieben (Staub aufwirbeln/auf der Flucht) zurückführen und verweist auf die Soldatensprache seit 1900; anderswo wird sie als unerklärt verzeichnet. Mehr hier: GfdS

Meine persönliche Vermutung zur Redewendung von stiften gehen:  Schuhe wurden schon immer mit Stiften genagelt, die heute durch die Sohle verdeckt werden. Früher waren diese Holzstifte zu sehen und wurden somit abgelaufen.

Sah man jemanden weglaufen, so sah man seine Schuhstifte Spuren hinterlassen = stiften gegangen

Stiftung ans Hambacher Heimatmuseum

Mittwoch, 15. September 2010

Seit Tagen versuche ich die Sachbearbeiterin für das Heimatmuseum zu erreichen. Entweder bekam ich das Belegtzeichen oder Ihr Rückruf wird aufgebaut. Diesbezüglich scheint es, dass in Franken alles ein bisschen länger dauert, denn die Telekom bastelt anscheinend immer noch an diesem Rückruf…

Jedoch heute fand das aufklärende Gespräch statt. Nach ausführlicher Vorstellung meiner Person und Stiftungsobjekt wurde das Objekt erstmal mit einer anderen Stiftung verwechselt, „Ach, sie meinen den Schrank von so und so….?“

Nein, den meine ich nicht, sondern den, der vom Anwesen (Adresse gegeben) am 17. August abgeholt wurde, “ Ach ja, der wurde vom Bauhof abgeholt!“

Nach dem ersten Schrecken meinerseits klärte sich auf, dass er aber nicht dort abgestellt wurde. Wo er steht wurde aber auch nicht erwähnt. Er steht aber noch nicht im Heimatmuseum, da sei klar.

Ich gab den Grund meines Telefonats an und gab meiner Verwunderung  Ausdruck dadurch mit der Anmerkung, dass ich bis heute keine Empfangsbestätigung, keine Archivierungsnummer, Dankesschreiben, o.ä. bekommen hätte, „Ja, dann können wir Ihnen gerne ein paar Zeilen schreiben! Geben Sie mir doch bitte Ihre Adresse.

Ich buchstabierte meinen Namen und fiel gleich wieder in die fränkische Sprachfalle.

Ist das B wie in Baula?„, wurde ich gefragt. Nein, antwortete ich spontan. Mir wurde dann angeboten „B wie in Berta?„, was ich aber auch verneinte. Ich brauche dann immer zwei Sekunden um den analytischen Teil meines Grosshirns auszuschalten. Glaubt mir, eine Konversation in Japanisch fällt mir leichter.

Jedenfalls, mein Vorschlag war dann „P wie in Paul“ (der sogar etwas Spucke auf dem Hörersprechteil hinterliess), worauf ihre Antwort war, „Ja, also doch B wie in Baula.“ Amen.

Man notierte meinen Namen – mit B wie in Baula – und Adresse.

Ich hatte fast den Eindruck als würde ich nach einer Extrawurst fragen. Da gab es keine Entschuldigung für das Versäumnis, eher bekam ich das Gefühl, dass das nicht notwendig sei. Als Trost gab es wenigstens aber auch keinen fränkischen Anschiss (Solche Pförz!). Damit muss man heutzutage immer noch in Franken rechnen. Nett und unschuldig hat die Dame gewirkt – man war sich keiner Schuld bewusst.

Da die Öffnungszeiten des Museums unregelmässig sind, wurde angeboten mir telefonisch Bescheid zu geben wenn die Türen zum Heimatsmuseum offen wären. Das fand ich sehr zuvorkommend.

Es gibt anscheinend für das Heimatmuseum keine Archivierung oder wie mein Bruder recht hatte als er sagte, „Dess is‘ der Gemee ned wichdich!“

Gschenkt ist gschenkt und Schwamm drüber.

Kindergartenfest in den 60ern

Montag, 23. August 2010

Dieses Bild wurde aufgenommen im Sommer 1966. Der Kindergartenzug führte uns zum Kindergartenfest an der alten Grundschule (wenn ich mich recht erinnere). Wir waren damals stolze Ballonhalter. Die Jungs trugen selbstgebastelte Hüte und wir bekamen einen Papier-oder Bastkranz aufgesetzt.

Die meisten Mädchen von uns trugen selbstgenähte Kleider. Wenn nicht zuhause selbst genäht wurde, dann wurde eine Schneiderin damit beauftragt oder man ließ Kleider der älteren Geschwister umändern. C&A hatte noch nicht Einzug gehalten. Die Hauptstraße war auch nicht asphaltiert.

Kindergartenzug in Hambach 1966

Leider kann ich mich nicht erinnern wen ich damals an der Hand hielt. Es wäre schön von meiner Handhalterin zu hören!

Das Rad der Zeit

Sonntag, 22. August 2010

Lang, lang ist’s her – der Haarstil, die Klamotten und die Schesn. Das Bild zeigt uns fünf Geschwister (Baby Thomas im Wagen) in Hambach an der Hauptstraße im Frühjahr 1965.

Das landwirtschaftliche Anwesen auf der linken Seite ist heute – und auch schon seit etlichen Jahren – die Raiffeisenbank Hambach. Das Anwesen auf der rechten Seite steht heute noch, genau wie die Trauerweide, deren vereinzelte Zipfel man vielleicht erkennen kann.

Hambach in 1965

Seit über 30 Jahren wohne ich nicht mehr auf dem Dorf – dazwischen wohnte ich u.a. in Kleinstädten wie Schweinfurt, Großstädten wie Spokane/Wa (USA) und Millionenstädten wie Kitakyushu (Japan).

Das Leben bewegt sich, so aus meiner Sicht, sehr langsam auf dem Land. Wenn ich vor Jahren erzählte, dies und jenes zu tun, nahm man an, dass ich fünf Jahre später noch das gleiche mache. Dabei ändert sich mein Lebensstil, berufliche Ambitionen und Möglichkeiten, und Lebensanschauung kontinuierlich. Ich verändere mich als Mensch, komme täglich mit neuen Leuten zusammen und habe immer wieder neue Ideen und Inspirationen.

Am Anfang habe ich der Menschen Erinnerung an mein letztes Tun und Machen noch als Aufmerksamkeit gesehen. Dann habe ich erkannt, dass sie wirklich meinten es käme nichts neues hinzu wie neue berufliche Herausforderungen, interessante Menschen, neue Plattformen, andere Urlaubsziele (wir fahren gewöhnlich nich an den gleichen Urlaubsort) usw.

Wenn wir in Hambach sind geht es uns aber auch genauso – wir gehen in den gleichen Biergarten Goldene Flasche, in die gleiche Wirtschaft Geißler Hermann, wir kehren die Straße am Samstag und besuchen den Friedhof.

Und was ich dann auch wieder mache – das bringt meine Kinder immer zum Lachen – ich erwähne Namen in umgekehrter Ordnung, so nach fränkischer Manier. Da ist (alle Namen sind frei erfunden) die Claudia dann die Markerts Claudia und der Klaus ist der Schneiders Klaus. So war ich früher immer die Dreschers Maria.

So haben wir früher auch noch in dieser Reihenfolge unterschrieben. Ich kann mich noch gut an meine allererste Unterschrift erinnern. Da kam damals die Bank in unsere Grundschule, hat uns ein Sparschwein geschenkt und liess uns ein Sparkonto eröffnen: Unterschreib hier, aber bitte Nachname zuerst, dann Vorname.

Lang, lang ist’s her. Aber wenigstens kann ich mich noch daran erinnern!